Helios Klinikum Dachau: Forderungen der Arbeiter_innen auf die Straße getragen

Kommentar mit autonomen Ausschweifungen

Am 17.06.20 sollte die Bundeskonferenz der Gesundheitsminister_innen stattfinden. Sie wurde abgesagt. Aber aktive Kolleg_innen und unterstützende Aktive haben bundesweit zu Aktionen aufgerufen. Gerade in der Hochphase der Corona-Pandemie traten in den bundesdeutschen Kliniken erhebliche Missstände zu Tage. Nachdem es seit Jahren Proteste und im Jahr 2017/18 sogar Streiks gab, um mehr Personal zu erkämpfen, wird nun gefordert das Gesundheitssystem als Ganzes zu ändern. Es fanden Aktionen in über 10 Städten statt und eben auch in Dachau. Weiterlesen

Corona Ausbruch in Fleischfabrik und die Sauerei geht weiter


Mittlerweile über 1300 Arbeiter_innen haben sich beim Tönnies Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück (NRW) mit dem Corona Virus SARS CoV2 infiziert. Bereits im Mai sorgten die miserablen Schutzvorkehrungen für Infektionen unter Beschäftigten anderer Fleischfabriken. Die über Werkverträge beschäftigten Arbeiter_innen stammen überwiegend aus Osteuropa, Rumänien und Bulgarien, ebenso wie bei Erntearbeiter_innen. Letztere traten in Bornheim wegen der Zustände in einem wilden Streik. Es ist wenig verwunderlich, dass solche Ausbrüche dort gehäuft auftreten. Abstände können nicht eingehalten werden, die Gesundheit der Arbeiter_innen spielt keine Rolle. Weiterlesen

Grenzenlose Solidarität: 13.06. Spendenflohmarkt für griechische Geflüchtetenorganisation


13.06.20 | FREIRAUM Dachau | Brunngartenstr. 7 | 10:00 Uhr

A race against time to try to keep the virus out of the Moria Camp

Aus der Ankündigung: „Im rechtlichen Niemandsland sind 20.000 Geflüchtete auf Lesbos im überfüllten Sammellager Moria ihrem Schicksal überlassen. Darunter viele Kinder und unbegleitete Jugendliche, Kranke und Alte. Es gibt kaum Elektrizität, Krankheiten breiten sich aus, medizinische Versorgung und Schulbildung ist nicht regulär vorhanden. Die Menschen sind gezwungen in dünnen Zelten zu leben, trotz der Kälte.
Die EU schaut weg, niemand fühlt sich verantwortlich. Die Corona Pandemie verschärft die ohnehin angespannte Lage zusätzlich.
Ohne Möglichkeit auf Abstand, nur einem Wasserhahn für 1300 Personen und eine Toilette für 200 Menschen, ist der Schutz vor Covid-19 nicht machbar. Jeden Tag gibt es nur circa 5 Stunden warmes Wasser, jedoch keine Seife. Die empfohlenen Hygienemaßnahmen sind so nicht einzuhalten. Grundsätzlich ist unter diesen Umständen kein humanes Leben möglich. Weiterlesen

Streik bei Danone in Rosenheim

Am heutigen 3. Juni traten die Kolleg_innen des Rosenheimer Danone-Werks in einen achtstündigen Streik. Der französische Joghurt- und Milchprodukte-Hersteller hatte im Februar angekündigt das Werk 2021 schließen zu wollen. Die Gewerkschaft NGG will mit dem Streik den Konzern zum Abschluss eines Sozialtarifvertrags drängen. Es ist ein Abwehrkampf um Abfindungen und ein perfides Spiel seitens des Konzerns.

Während das Rosenheimer Werk stets profitabel abschloss, sogar über den geforderten Umsatzzahlen, reicht das dem Konzern nicht aus. Konzernweit steigerten sich die Umsatzerlöse von 2016 bis 2019 von 21,9 Millionen Euro auf 25,2 Millionen Euro. Auch die Dividende je Aktie stieg jährlich und lag 2019 bei 2,1. Das Ergebnis vor Steuern stieg mit einem kurzem Einbruch 2018 ebenfalls von 2,6 (2016) auf 2,8, Millionen Euro an ¹. Doch wie viele Unternehmen geht auch Danone in Rosenheim den Weg, den kapitalistische Unternehmen eben gehen – gerade in der Krise. Sie werden einsparen. Weiterlesen

A Call For a New Working Class Strategy

Aufruf von let’s get rooted vom 25.5.2020, ein gemeinsames Projekt der Angry Workers und Croydon Solidarity für neue Selbstorganisation.

Wer sind die Angry Workers? Video mit deutschen Untertiteln

This isn’t a call for a new organisation so much as a call for a new practice. We need collectives that contribute to the struggles of our class based on an analysis of the concrete conditions and of what our fellow workers are already doing. The recent focus on electoral politics has shifted the focus away from what is needed: workers’ self-organisation at work and beyond; and a debate about how our day-to-day struggles relate to the global struggle for a new society. We urgently need to regroup. Why? Weiterlesen

Eure Krise – Nicht auf unserem Rücken

Wie das Kollektiv Crimethinc bereits im April feststellte: „Es gibt Dinge, für die es sich lohnt, den Tod zu riskieren. Die Aufrechterhaltung des Kapitalismus gehört nicht dazu. Statt zur Tagesordnung überzugehen, müssen wir den Kapitalismus ein für alle Mal abschaffen.“ Auch wenn wir Kundgebungen nicht als „Allheilmittel“ begreifen und in einem Diskussionsbeitrag typisch linke Aktionsformen einer kritischen Betrachtung unterziehen bzw. den Ansatz einer Selbstermächtigung hoch halten, hier der Aufruf der Initiative Zukunft erkämpfen

Streik der Erntearbeiter_innen bei Spargel Ritter in Bornheim

Seit Freitag, dem 15. Mai 2020 befinden sich auf dem insolventen Hof Spargel Ritter in Bornheim bei Bonn weit über 100 Erntehelfer*innen im Arbeitskampf. An besagtem Freitag traten die Arbeiter*innen in einen Streik. Es geht neben ausstehenden Löhnen auch um die Unterbringung in unbeheizten Containern und unvollständige fehlende Schutzausrüstung gegen die Corona-Pandemie.

Die FAU Bonn unterstützt die Kolleg*innen aktiv ihren Kampf. Am 18. Mai fanden sich mehrere hundert Unterstützer*innen an den Unterkünften ein. Am Nachmittag kam dann Bewegung in die Sache. Einzelnen Arbeiter*innen wurden schließlich 500 bis 600€ ausgezahlt. Anderen jedoch nur 300, 50 oder 5€.

Laufend aktualisierte Infoseite der FAU mit Chronologie, Spendenaufruf und mehr
Hintergründe bei Aktion Arbeitsunrecht
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Mitten in der Krise

„Bei Ausbruch der Corona-Pandemie wurden die Klassenverhältnisse sichtbarer: die Reichen flohen in ihre Villen, die Mittelklasse ging ins Home-Office, die Arbeiterklasse hielt den Laden aufrecht.“ (Wildcat 105 Frühjahr 2020)

Der erste Schock der Pandemie ist überwunden. Aber wir sind mitten drin und das wird für nicht absehbare Zeit so bleiben. Wie weiter? Was macht das aus unserem Leben, unseren sozialen Zusammenhängen, unserer Arbeit, unserem politischen Anspruch und unserer politischen Praxis – in Zeiten von allgegenwärtigen Beschränkungen?
Die Linke analysiert gern und lang. Darum geht es hier nicht. Aber wir müssen der Realität ins Auge sehen. Wir alle sollten die gesellschaftlichen Entwicklungen diskutieren, die Funktionsweise des Kapitals und resultierend daraus die des kapitalistischen Staates begreifen. Wie gesagt, wir wollen hier nix vorkauen. Wir wollen zur Diskussion anregen, daraus sollte Handeln entstehen. Denn ein weiter so ist einfach nicht möglich. Herkömmliche linke Politikformen wie Demo/ Kundgebung greifen gerade nicht, weil wir Menschen schwer erreichen – vielleicht sind sie sogar in Teilen überholt bzw. wir haben das als „Allheilmittel“ begriffen.

Im Zuge der Pandemie erfolgte eine tiefe ökonomische Krise. Kurzarbeit trifft so viele Menschen wie nie zuvor, Arbeitslosigkeit nimmt zu, sogar im vom Wohlstand satt gefressenen Dachau ist sie so hoch wie nie. Von März auf April stieg die Arbeitslosigkeit von 492 auf 2421¹. Dabei muss man auch erwähnen, dass in Dachau jeder dritte Job befristet ist. Weiterlesen

Wilder Streik der Busfahrer_innen in Brüssel

Meldung auf Fever Struggle

„Wir sind auf uns selbst zurückgeworfen.“ – Wilder Streik in Brüssel gegen die Rückkehr zum Normalbetrieb

Am 11. und 12. Mai 2020 sind große Teile der Busfahrer*innen (ca. 80%) und der Tramfahrer*innen (ca. 50%) der Brüsseler Verkehrsbetriebe in einen wilden Streik getreten, nachdem die Gewerkschaft hinter ihrem Rücken einer Wiederaufnahme der normalen Fahrpläne zugestimmt hatte.

Bei dem Streik haben sich die Arbeiter*innen zum ersten Mal auf das „Droit de retrait“ (Recht auf Rückzug) berufen, das seit 1996 Teil des belgischen Arbeitsrechts ist. Es erlaubt Arbeiter*innen, sich von ihrem Arbeitsplatz zu entfernen, wenn sie sich in einer schweren und unmittelbaren Gefahrenlage befinden. Die Tram- und Busfahrer*innen sehen sich durch die Aufhebung des Lockdowns einer solchen unmittelbaren Gefahr an ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt.

Dazu ist zu bemerken, dass Belgien bisher im europäischen Vergleich das Land mit der höchsten Todesrate pro 100.000 Einwohner*innen ist. Diese Rate liegt dort achtmal so hoch wie in Deutschland. Generell sind Fahrer*innen öffentlicher Verkehrsbetriebe einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt. In New York etwa starben seit Beginn der Pandemie bereits 98 Angestellte der Verkehrsbetriebe an Covid-19. Mit ihrem Streik gegen die schnelle Wiederaufnahme der Arbeit stehen die Brüsseler Beschäftigten nicht allein. An zahlreichen Orten auf der ganzen Welt kommt es derzeit zu ähnlichen Protesten. Weiterlesen

Kreative Ausbeutung bei NETTO in der Covid Krise

So viel Wertschätzung gibt es in „systemrelevanten“ Berufen. Zum Beispiel in den Discountern und ganz konkret NETTO. Während man mit zu wenig Personal für zu wenig Geld in der Covid Krise schön weiter arbeiten darf, werden die Arbeiter_innen noch geschröpft. Und das in zweierlei Hinsicht. Laut Medienberichten¹ mussten Arbeiter_innen über Ostern unbezahlte Überstunden leisten. Die Filialen waren länger geöffnet ohne zusätzliches Personal zu haben. Man spekulierte darauf, dass die Kolleg_innen dafür länger arbeiten, was letztlich so geschah. Offiziell ausgedrückt heißt das „die zusätzlichen Stunden müssen durch Änderung der Arbeitsabläufe vollständig kompensiert werden“.
Statt einer Prämie, die im Einzelhandel laut Arbeiter_innen gezahlt wurde, erhielten diese 20% Rabatt-Marken (was früher ohnehin üblich gewesen sei). Die Kolleg_innen sollen mit ihrem miesen Lohn NETTO noch weiteren Umsatz bescheren. Weiterlesen