Zerstörung des Kunstwerks am Dachauer Bahnhof ist politisch zu werten

Seit 4.8.19 findet anlässlich des 100 jährigen Bestehens der Künstlervereinigung Dachau (KVD) eine Ausstellung von Kunstwerken im öffentlichen Raum statt. Die Künstler_innen beklagen seitdem die Zerstörung ihrer Werke. Es wurden beispielsweise Keramikskulpturen zerstört. Ein Kunstwerk sticht bei diesen Vorfällen heraus. In der Unterführung der Frühlingstraße am Dachauer Bahnhof sind an zwei gegenüber liegenden Wänden Bilder angebracht. Das eine zeigt deutsche Kolonialherren vor über 100 Jahren, das andere Geflüchtete aus dem Jahr 2015. Auf dem Boden war ursprünglich eine Art Teppich, auf dem stand „Sie kamen übers Meer“. Bereits in der ersten Nacht wurde der Teppich und das Bild aus der Kolonialzeit abgerissen. Mittlerweile wurde das Bild insgesamt dreimal zerstört, zuletzt in der Nacht von 19.8. auf den 20.8.19. Auch mittels Werkzeug, da die Plane mit dem Bild regelrecht zerschnitten wurde. „Sie kamen übers Meer“ wurde von der Künstlerin ersatzweise als Schriftzug auf den Boden gesprüht.
Unter einem darauf Bezug nehmenden Artikel im Merkur wird die Zerstörung in den Kommentaren gerechtfertigt. Weiterlesen

Fast jeder dritte Arbeitsvertrag in Dachau befristet

Dachau, die Wohlstandsinsel. Ein Hort der Glückseeligkeit im Speckgürtel von München. Von wegen! Zwar ist hier die Arbeitslosenquote mit 2,1% (BA Februar 2019 ¹) gering. Aber was es für eine Arbeit ist und welche Art der Beschäftigung, davon war bisher wenig zu hören. Bis jetzt.
Nach einer in der Lokalpresse veröffentlichten Untersuchung des DGB ist nahezu jede dritte Stelle in Dachau und Landkreis befristet. Besonders betroffen sind mit 42, 9% Menschen unter 25 Jahren. In Hilfsberufsgruppen sind es fast die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse (46,3%). Und vor allem Frauen sind überdurchschnittlich durch Befristungen benachteiligt (35,6%). Auch das ist nicht verwunderlich. Weiterlesen

Communique: Terror als Bestandteil und Strategie des Neonazismus

communique juli zwanzigneunzehn

Ausgehend von dem durch den Neonazi Stephan E. begangenen Mord an dem CDU Politiker Walter Lübcke, soll hier ein roter Faden gezogen werden. Über die Kontinuität rechten Terrors und kontinuierliche bewusste staatliche Ignoranz und Nichtaufklärungswillen. Ein Text mit stellenweise lokalen Bezügen.

Der Aufschrei in Politik und Medien war groß als der Mord an Lübcke bekannt wurde. Von einer „unterschätzten Gefahr von rechts“ war die Rede und der Besorgnis „über die Gewaltbereitschaft rechter Gruppierungen.“ Aber es wurde nichts unterschätzt. Rechte Gewalt ist seit Jahrzehnten eine existenzielle Gefahr für Menschen, die ins Visier der extremen Rechten geraten. Ähnliche Aussagen waren in Politik und Medien nach der Selbstenttarnung des NSU zu vernehmen. Und was hat sich seither geändert in der Sichtweise auf rechten Terror? Weiterlesen

25.07.19 Salzburg: 1000-Kreuze-Marsch blockieren! Für mehr feministischen Widerstand!


prochoicesbg.noblogs.org

Jedes Jahr im Sommer wird die Salzburger Altstadt Bühne eines befremdlichen Spektakels: ultra-religiöse FundamentalistInnen veranstalten einen sogenannten „Gebetszug 1000 Kreuze für das Leben“. Weiße Holzkreuze tragend ziehen selbsternannte „LebensschützerInnen“ dabei durch die Gassen. Organisiert wird das antifeministische Event von Human Life International (HLI, Lebenszentrum Salzburg) gemeinsam mit EuroProLife (München). Der „1000 Kreuze Marsch“ in Salzburg ist ein Treffen christlicher AntifeministInnen aus Österreich, Bayern und Südtirol. Der Zweck ihres Auftrittes: Propaganda gegen reproduktive Selbstbestimmung und gegen Emanzipation ganz allgemein. Weiterlesen

Demo 22.06.19: Rechten Terror bekämpfen – Antifaschistischen Widerstand aufbauen!

22.06.2019 | Stiglmaierplatz | 14:00 Uhr | nsuprozess.net

Was viele von uns schon vermutet haben, hat sich diese Woche bestätigt. Der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) kommt aus der Naziszene: Stephan Ernst. Er ist rechter Gewalttäter seit den 1990ern: er beging eine homofeindlich-rassistische Messerattacke 1992. Er verübte einen Bombenanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft 1993. Mit einem Nazi-Mob griff er 2009 eine 1. Mai-Demonstration von Gewerkschaften an. Ernst war in der NPD, spendete an die AfD, hatte Kontakte zu rechtsterroristischen Netzwerken wie Combat 18, hortete Waffen in seiner Wohnung. Er hat eine einschlägige rechte Organisierungs- und Gewaltbiografie. Weil Walter Lübcke humanitäre Grundwerte im Umgang mit Geflüchteten verteidigte, war er seit Jahren Ziel von massiver rechter Hetze und Morddrohungen. Am 2. Juni 2019 wurde Lübcke auf der Terrasse seines Wohnhauses mit einem Kopfschuss getötet – eine Hinrichtung ähnlich den Morden des NSU. Weiterlesen

02.07.19 Antifa Infocafé: „Franquismo“ – Der spanische Faschismus


20:00 Uhr | FREIRAUM DACHAU | Brunngartenstr. 7

Die extreme Rechte bezieht sich nicht nur auf den Nationalsozialismus. Strömungen wie die völkische „Neue Rechte“ versuchen diesen bewusst zu umgehen. Auch für Antifaschist_innen ist es unerlässlich sich inhaltlich mit anderen Faschismusmodellen zu beschäftigen. Die spanische Variante birgt mehrere Besonderheiten. In Spanien versuchten sich die Faschist_innen 1936 an die Macht zu putschten, worauf die Arbeiter_innenschaft in Katalonien mit einer sozialen Revolution antwortete. Weiterlesen

04.06.19: Antifa Infocafé: »Antifascist Attitude« Ein Film über die Antifa-Bewegung in Russland

20:00 Uhr | FREIRAUM DACHAU | Brunngartenstr. 7

Die Dokumentation »Antifascist Attitude« (RUS 2008, 73 min.) eines
unabhängigen Medienkollektivs aus Russland zeigt antifaschistische
Aktivitäten und stellt in Interviews Antifas aus Moskau, St. Petersburg
und Irkutsk vor – darunter auch der Rechtsanwalt Stas Markelov, der am
19.01.2009 bei einem Attentat in der russischen Hauptstadt erschossen
wurde. Weiterlesen

„Identitärer“ Infostand am 25.05.19 in Dachau

Die völkisch rassistische „Identitäre Bewegung“ (IB) führte am Samstag, den 25.05.19 einen Infostand vor dem Dachauer Rathaus durch. Ursprünglich war für den 25.05. ein Infostand in München angemeldet, jedoch verzichteten die IB darauf ihn durchzuführen. Stattdessen wichen sie nach Dachau aus. Der politische Erfolg des Standes dieser elitären Kadergruppierung war deutlich begrenzt. Dennoch wurden einige Dinge deutlich.

Als gegen 16:30 Uhr bekannt wurde, dass die „Identitären“ mit einem Stand in der Altstadt stehen, begaben sich zwei Antifaschisten dorthin. Die „Identitären“ waren mit 12 Aktivist_innen am Stand. Allerdings standen sie nicht alle um diesen herum, sondern auf allen umliegenden Straßenseiten der Kreuzung am Karlsberg und versuchten Flyer an die zu dieser Tageszeit wenigen Passant_innen zu verteilen. Polizei war keine vor Ort. Man ließ eine völkische, neofaschistische Gruppierung ohne Beobachtung mitten in Dachau agieren. Weiterlesen

Gegen die AfD Veranstaltung am 16.05.19 in Dachau


Donnerstag 16.05.2019 |18:00 Uhr | Ludwig-Thoma-Haus | Augsburger Straße 23 | Dachau Altstadt

Die AfD Dachau will am 16.05. ihren Europawahlkampf mit einer erneuten Veranstaltung im Ludwig-Thoma-Haus abschließen. Geladen ist der Berliner AfD Landeschef und ehemalige Bundeswehroffizier Georg Pazderski. Er gilt als vergleichsweise gemäßigter Vertreter einer nationalkonservativen Richtung in der Partei. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der AfD Kreisverband Dachau am rechten Rand der extrem rechten Partei anzusiedeln ist. Die Auftritte und Teilnahmen von Vertreter_innen des völkischen „Flügel“ in Dachau und der langjährige Kreisvorsitz in Händen von „Flügel“ Mitgliedern sprechen Bände. Ferner bietet die Dachauer AfD eine Plattform für extrem rechte Aktivist_innen von „PEGIDA“ bis „Kandel ist überall“, die auch selbst gerne mal auf der Straße stehen wollen. So versuchten sie im Februar 2019 die französischen Gelbwesten Proteste für sich zu vereinnahmen.
Die AfD Dachau versucht erst gar nicht sich als Vertretung des „kleinen Mannes“ darzustellen. Ihre aktiven Mitglieder haben mehrheitlich einen akademischen Hintergrund und leiten selbst ein Unternehmen oder sind in hohen Positionen dort beschäftigt. Dennoch ist ihr Duktus weit weniger akademisch, wie plump rassistische Pauschalisierungen in sozialen Medien stets auf‘s neue belegen.

Gegen Rassismus und Nationalismus
Gegen Antifeminismus und Sozialchauvinismus
Für eine herrschaftsfreie, klassenlose Gesellschaft
Dachau bleibt stabil!

AfD Jugend verliert auf ganzer Linie in Dachau

„Wir sind jung, wir sind Deutsche und wir zeigen, dass wir noch an Deutschlands Zukunft glauben.“ So kündigte der AfD Kreisverband Dachau eine Veranstaltung für den 04. Mai 2019 im Ludwig-Thoma-Haus an. „Die Jugend der AfD lädt ein.“ Eingeladen hat sie schon. Gekommen ist niemand. Daniel S. von der „Jungen Alternative“ (JA) wartete am Eingang des Thoma-Hauses vergeblich auf Mitstreiter_innen. Nur zwei weitere junge Männer standen ihm zur Seite. Einer gekleidet in eine Jacke der Neonazi-Kampfsportmarke „Label 23“. Gekommen waren stattdessen über 20 Jugendliche, die ein Problem mit der AfD und ihrer völkisch rassistischen Propaganda haben.

Die Jugendlichen postierten sich mit Transparenten und entarteter Musik quer über den Aufgang zum Thoma-Haus, um die „deutsche Jugend“ gebührend in Empfang zu nehmen. Weiterlesen