AfD tritt zur Kreistagswahl an – Spitzenkandidaten marschieren bei PEGIDA

Mit reichlich Verspätung gab der AfD Kreisverband Dachau bekannt, dass er nun doch zur Kreistagswahl im Landkreis Dachau antreten wird. Die Mitgliederversammlung fand bereits am 22.11.19 in der Bürgergaststätte Sigmertshausen statt. Erst am 4.12.19 wurde in der Lokalpresse eine entsprechende Mitteilung veröffentlicht.
Wurde anfangs noch befürchtet, es könnten sich nicht genügend Mitglieder zu einer Kandidatur bereit erklären, scheint die extrem rechte Partei nun 25 Leute gefunden zu haben. Die Listen stehen auch Nichtmitgliedern offen. Es wurden aber, wie bereits bei der Liste zum Dachauer Stadtrat, nur einzelne Bewerber (es handelt sich ausschließlich um Männer) der Öffentlichkeit preis gegeben, genauer gesagt die Plätze 1 bis 5, sowie Platz 8. Bei der Stadtratsliste waren es gar nur 3 von 10, begründet mit einer vermeintlichen Bedrohung durch „eine linksextreme Szene“ (1).

Dass es sich bei der AfD wiederum um eine extrem rechte Szene handelt, wird mit einem Blick auf die beiden Spitzenkandidaten für den Kreistag deutlich. Platz 1 Michael Stauch (Hohenzell) und Platz 2 Markus Kellerer (Dachau) liefen beispielsweise beim PEGIDA Format „Tag der Patrioten“ am 17.6.19 in München mit. Weiterlesen

03.12.19 Antifaschistisches Infocafe: AfD und extreme Rechte vor der Kommunalwahl 2020

20:00 Uhr | FREIRAUM DACHAU | Brunngartenstr. 7

mit Robert Andreasch (a.i.d.a.)

Aus der Originalankündigung

„Forderungen der AfD Dachau, wie keine weiteren Geflüchtetenunterkünfte und Sozialwohnungen nur für Einheimische, womit wohl „Deutsche“ gemeint sind, sprechen eine klare Sprache. Was es für die Erinnerungsarbeit an die Zeit des NS bedeutet, wenn eine extrem rechte Partei im Kommunalparlament sitzt, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nur erahnen.

Robert Andreasch wird über die kommunalpolitischen Konzepte der extremen Rechten, den Kulturkampf der AfD und die Bedrohung der sog. „Zivilgesellschaft“ sprechen. Wie sehen die Planungen der bayerischen AfD für die Kommunalwahlen aus, wie ihre Propaganda? Wie verhält sich die AfD bisher in (Kommunal-)Parlamenten und Institutionen?“

22.11.19 Alerta Antisexista: Gesprächsrunde mit Pro Choice Aktivist*innen


19:30 Uhr | DGB Haus Schwanthalerstr. 64 | asam.noblogs.org
Mit dem what the fuck Bündnis aus Berlin, Pro Choice Passau, Pro Choice Sachsen, fida, der Rosa Antifa Wien, dem Infoladen Salzburg und der Antisexistischen Aktion München

Sie „beraten“ ungewollt Schwangere, machen Lobbyarbeit und organisieren Aufmärsche wie den „Marsch für das Leben“ in Berlin, „1000 Kreuze Märsche“ oder Mahnwachen vor Kliniken und Beratungsstellen. Selbst ernannte „Lebensschützer*innen“ kämpfen auf mehreren Ebenen gegen das mühsam erkämpfte Recht auf Schwangerschaftsaabruch.
Doch egal wo sie auftauchen, (queer-)feministische Pro Choice Aktivist*innen stellen sich ihnen kreativ, lautstark entgegen. Weiterlesen

In Gedenken an Björn Söderberg! Vor 20 Jahren von Neonazis in Stockholm ermordet


Am 12.10.1999 wurde der Gewerkschafter Björn Söderberg vor seiner Wohnung im Stockholmer Vorort Sätra von Neonazis erschossen. Söderberg war aktiv in der syndikalistischen Gewerkschaft SAC. Er fand heraus, dass der hochrangige Neonazi Robert Vesterlund zum Vertrauensmann in seinem Betrieb gewählt wurde. Söderberg machte dies publik.
Wenig später standen drei Neonazis vor seiner Haustür und richteten ihn mit 10 Schüssen hin. Es war der Höhepunkt einer Serie von Gewalt- und Terrorakten aus der schwedischen Neonazi-Szene im Jahr 1999. Weiterlesen

Ein paar Gedanken zu Fridays For Future


Am kommenden Freitag, den 18.10.19, wird der Dachauer Ableger von Fridays For Future (FFF) erstmals in Dachau demonstrieren. Grund genug sich darüber einige Gedanken zu machen. Viele entdecken zaghaft das Thema Klima für sich, auch die bürgerliche Politik. FFF polarisiert und erntet dafür auch Gegenwind, wie zuletzt bezüglich der Kritik an der Schulleitung des Ignaz-Taschner-Gymnasiums (1).
Grundsätzlich muss man mit FFF solidarisch sein. Junge Menschen, vielmehr Schüler_innen werden allen Orten politisiert und bringen sich aktiv in gesellschaftliche Auseinandersetzungen ein. Sie organisieren sich fast schon selbstverständlich basisdemokratisch und versuchen hierarchiefrei bis hierarchiearm zu sein. Außerdem sind sie nicht der Versuchung erlegen sich von Parteien vereinnahmen zu lassen, auch nicht von den Grünen. Das ist ein wesentlicher Aspekt und diese Selbstverständlichkeit ist überraschend. Ebenso überraschend ist die internationale Ausbreitung, die Begeisterung Gleichaltriger. Hier entsteht ein Potenzial für eine neue soziale Bewegung, die sich um nationale Grenzen zunächst keine Gedanken macht. Weiterlesen

05.11.19 Antifa Infocafé: Dokumentarfilm White Terror


20:00 Uhr | FREIRAUM DACHAU | Brungartenstraße 7 | freiraum-dachau.de

Extrem rechte Terroranschläge nehmen zu. Durch den Anschlag von Halle und den Mord an dem Politiker Walter Lübcke erlangt die Debatte darüber traurige Aktualität. Taten Einzelner „lone wolves“ wie in Halle, Christchurch, El Paso u.v.a. wurden nicht vollständig durch Einzeltäter begangen. Die Täter sind eingebettet in virtuelle Kommunikationsplattformen, wo sie sich mit Gleichgesinnten austauschen. Breitere Netzwerke, wie „Blood & Honour/Combat 18“ verfolgen das Konzept des „leaderless resistance“, unabhängig voneinander agierender Kleingruppen, die wiederum Teil einer Gesamtorganisation sind.
Daniel Schweizers Dokumentarfilm „White Terror“ stammt aus dem Jahr 2005. Er besuchte und interviewte Mitglieder von „Blood & Honour“ in Schweden und den USA. Weiterlesen

Solidarität mit Max! Demonstration 17.09.19: Fight repression! Fight Gentrification


München | 17.9.19 | Georg Freundorfer Platz 18:30 Uhr U-Bahn-Aufgänge Höhe Geroltstraße 30a

In München zeigen sich Gentrifizierung und Verdrängung mit am deutlichsten. Die Stadt zählt schon seit Jahrzehnten zu den Teuersten des Landes. Während unzählige Wohnungen oder sogar ganze Häuser leerstehen, damit diese Luxus saniert werden können, suchen Menschen ohne fetten Geldbeutel oft vergeblich nach halbwegs bezahlbarem Wohnraum. Über 9000 Menschen gelten in München, als eine der reichsten Städte Deutschlands, als obdachlos. Die Dunkelziffer der wohnungslosen Menschen liegt somit vermutlich deutlich höher. Ein Stadtteil nach dem anderen wird „aufgewertet“. Dies geht immer mit der Vertreibung von ärmeren Menschen einher. Soziale und kulturelle Teilhabe werden genauso wie das simple Existenzminimum – ein Raum zum Essen und Schlafen – zum Luxusgut. Die Preise für ÖPNV (öffentlichen Personennahverkehr) steigen jährlich und sind für viele unbezahlbar. Weiterlesen

08.10.19 Filmvorführung: „Der zweite Anschlag – Rassistische Gewalt in Deutschland

19:00 Uhr | FREIRAUM DACHAU | Brunngartenstr. 7


Eine Anklage der Betroffenen
Mit Anwesenheit der Regisseurin Mala Reinhardt

Link zur Veranstaltung

„Das Boot ist voll!“, „Ausländer raus!“, „Deutschland den Deutschen“. Die Parolen der Rechten sind mittlerweile unüberhörbar geworden. Genauso die Gewalt, die sich gegen jene Menschen richtet, die als „fremd“ wahrgenommen werden. Mit erschreckender Kontinuität wiederholen sich seit Jahrzehnten rassistisch motivierte Ausschreitungen, Angriffe und Morde in der Bundesrepublik Deutschland. DER ZWEITE ANSCHLAG dokumentiert die bisher kaum beachtete Perspektive der Betroffenen dieser Gewalt und stellt sie in den Mittelpunkt. In tiefgehenden Interviews entwickelt der Film ein präzises Bild der teils traumatischen Erlebnisse, welche die Protagonist*innen des Films durchlebt haben. Weiterlesen

01.10.19 Antifa Infocafé: Die extreme Rechte an der Regierung

20:00 Uhr | FREIRAUM DACHAU | Brunngartenstr. 7 | freiraum-dachau.de

Was uns in der BRD bislang verwehrt blieb, ist anderenorts bereits Realität. Die extreme Rechte befindet sich nicht nur im Aufwind, sondern stellt als Koalitionspartner Regierungen. Im Zuge neoliberaler Umwälzungen, der Finanzkrise 2007/08 und schließlich der so bezeichneten „Flüchtlingskrise“ konnten Parteien rechts des Konservatismus hohe Wahlergebnisse einfahren. Rassismus wurde zum Erfolgsfaktor. Aber migrations- und asylfeindliche Losungen beantworten noch keine gesellschaftlichen Fragen.
Wie verhalten sich extrem Rechte, wenn sie an den Fleischtöpfen der Macht sitzen? Hier handeln die verschiedenen Akteur_innen in einzelnen Aspekten durchaus unterschiedlich, auch wenn ihnen grundlegende Haltungen und vor allem Widersprüche gemein sind. Weiterlesen

Zerstörung des Kunstwerks am Dachauer Bahnhof ist politisch zu werten

Seit 4.8.19 findet anlässlich des 100 jährigen Bestehens der Künstlervereinigung Dachau (KVD) eine Ausstellung von Kunstwerken im öffentlichen Raum statt. Die Künstler_innen beklagen seitdem die Zerstörung ihrer Werke. Es wurden beispielsweise Keramikskulpturen zerstört. Ein Kunstwerk sticht bei diesen Vorfällen heraus. In der Unterführung der Frühlingstraße am Dachauer Bahnhof sind an zwei gegenüber liegenden Wänden Bilder angebracht. Das eine zeigt deutsche Kolonialherren vor über 100 Jahren, das andere Geflüchtete aus dem Jahr 2015. Auf dem Boden war ursprünglich eine Art Teppich, auf dem stand „Sie kamen übers Meer“. Bereits in der ersten Nacht wurde der Teppich und das Bild aus der Kolonialzeit abgerissen. Mittlerweile wurde das Bild insgesamt dreimal zerstört, zuletzt in der Nacht von 19.8. auf den 20.8.19. Auch mittels Werkzeug, da die Plane mit dem Bild regelrecht zerschnitten wurde. „Sie kamen übers Meer“ wurde von der Künstlerin ersatzweise als Schriftzug auf den Boden gesprüht.
Unter einem darauf Bezug nehmenden Artikel im Merkur wird die Zerstörung in den Kommentaren gerechtfertigt. Weiterlesen